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APHORISMEN

Frank Czaplinski ist ein junger Künstler, der sich über einen langen Zeitraum eine eigenständige Position in der zeitgenössichen Nachwuchskunst erarbeitet hat.

Beobachtet man seine Entwicklung über die Jahre, so merkt man, daß seine Bilder und Objekte im ständigen, fragenden Dialog mit dem stehen, was wir so selbstverständlich "Realität" nennen. Dieses Thema hat eine lange Geschichte, wobei besonders die Physik und Mathematik unseres Jahrhunderts unsere Vorstellungen über "das Wirkliche" radikal revolutioniert haben. Die Bildende Kunst unserer Zeit war lange geprägt von der Auffassung, sie könne zu einer Realität jenseits der Gegenstände vordringen. Auf der anderen Seite glaubten viele, die Wirklichkeit lasse sich im Sichtbaren durch die Kunst freilegen.

In Frank Czaplinksis Arbeiten finden sich bildnerische Formulierungen, die sich Phänomenen außerhalb unserer alltäglichen Wahrnehmung widmen. Er umkreist in seinen Werken die eher unauffälligen Dinge und formuliert deren Erscheinung neu. Von der naturhaften Erscheinungsform gelangt er so mit künstlerischen Mitteln zu einer Sicht auf die Dinge.

Seine Bilder gehen über das Sichtbare hinaus, entfernen sich bis in den Bereich reiner Malerei um schließlich zum Gegenstand zurückzukehren. Dieser Prozeß, der sich immer zu einem einzelnen Werk verdichtet, versucht nicht, die Frage nach einer abstrakten Wahrheit in falscher Selbstsicherheit zu beantworten, sondern hält die Werke als Fragen offen. In diesem Sinn provozieren sie im Betrachter eine Art konstruktive Verunsicherung über das Dargestellte.

Im folgenden finden sich eine ganze Reihe von kurzen Aphorismen, deren Gedanke Frank Czaplinski formuliert hat. Aus ihnen läßt sich gut erkennen, wie der künstlerische Prozeß im Dialog mit dem begleitenden Denken steht.

"... Ich nutze mein handwerkliches Wissen, um meine Ideen, bzw. künstlerische Vision realisieren zu können. Ich habe die Malerei und deren Techniken, die Zeichnung, die Radierung, die Serigraphie studiert. Zu jeder Technik mußte ich mir Lehrer suchen. Das ist heute nicht leicht. Ich kannte z.B. niemanden, der die Freskotechnik beherrscht. Es dauerte lange bis ich mir durch Literatur, unzähliges Eigenversuche, sowie Labortests ein umfassendes Wissen aneignete. ..."

"... In der Radierung begann ich mit der Kaltnadeltechnik, dann Aqua-Tinta-Technik, Vernis-mou usw., heute wende ich ein eigenes Kunststoff-Tiefdruckverfahren an. Ich habe es immer für unerläßlich gehalten, die jeweiligen spezifischen Charakteristika der einzelnen Medien kennzulernen ..."

"... In meinem Schaffen haben die einzelnen Techniken immer voneinader profitiert. Die Radierung von der Ölmalerei, die Serigraphie von der Radierung und die Ölmalerei wiederum von der Serigraphie, usw. Was die Vielfalt in der Anwendung der verschiedenen Techniken angeht, habe ich eine altmeisterliche Auffassung. ..."
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