KEIN UNBEKANNTER MEHR
1991 wurde ihm in Düsseldorf
der Titel "Meisterschüler" verliehen. Die Ausstellungen
in mehreren Galerien und Museen und die Teilnahme an der Großen
Kunstausstellung NRW waren bislang große Erfolge.
Frank Czaplinski ist in der
H&M Galerie kein Unbekannter mehr. Seit über 2 Jahren
wird er hier ausgestellt. Heute sind größenteils
neue Arbeiten zu sehen. Aus der Auswahl läßt sich
eine interessante Entwicklung beobachten.
Gemeinsam allen Werken ist
ein ureigener, geistiger Raum: Die konzentrierte Darstellung
eigener Erlebnishorizonte. Dies führt bei Frank Czaplinski
zu fließenden Übergängen zwischen Malerei, Grafik,
und Fresken. In seinem Schaffen haben die einzelnen Techniken
immer voneinander profitiert. Die Radierung von der Ölmalerei,
die Fresken von der Ölmalerei und umgekehrt. Seinen wesentlichsten
Beitrag leistet er auf dem Gebiet der Malerei.
In seinen bildnerischen Kompositionen,
mit einer deutlichen Interaktion zwischen Zentralmotiv und Randbezirk,
werden markante Farb- und Formstrukturen geschaffen und im Ergebnis
das Bildmotiv neu formuliert. Die von Frank Czaplinski auf diese
Weise mit emotionaler Kraft geschaffenen Strukturobjekte sind
mit der Realität nur noch indirekt verwandt.
Auch in den neuen Bildern
tauchen organisch anmutende Formen auf, die von den Elementen
unseres Ursprungs, von Erde, Wasser und Feuer künden -
ohne das deswegen Flammen, ein Felsen oder ein Fluß gezeigt
werden müßten. In der dichten Schönheit der
gedämpften Farbtöne, der Farbkrusten und Verfärbungen
werden die phantastischen Auswüchse der Natur sichtbar
gemacht, die er bewundert.
Auf dem Weg von der rechteckigen
Begrenztheit wählt Czaplinski windschiefe Gemälde,
benutzt Äste als Keilrahmen, die sich nach vorne hin durch
die Leinwand drücken. Dadurch bekommen die Bilder objekthafte
Züge. Er entwickelt neue Raumkonzepte.
Der auffälligste Unterschied
zu seinen frühen Arbeiten ist jedoch in dem jetzigen Versuch
zu sehen, die Bewegung zur Imagination werden zu lassen. Die
eigentliche Motividee aus dem Zyklus "Strandgut" besteht
schon recht früh. Bislang wurden die Sachen abgebildet,
als sie schon angespült waren, eingewickelt in Tang, nicht
immer sofort sichtbar.
Jetzt werden sie im Augenblick
der Anspülung malerisch festgehalten. Mit flirrenden Linien
und Farben wird die Bewegung umgesetzt, so daß - ähnlich
wie in der Natur - das entdeckende Auge suchen und springen
muß, um das Strandgut in der Brandung zu entdecken. In
der herausfordernden Distanz zum Bekannten stößt
er mit seinem neuen Bilderzyklus, aus dem eine Reihe von neuen
Werken in dieser Ausstellung zu sehen sind, in eine andere Wasserwelt
vor und verbindet das Geistige mit den Mitteln der Farbe.
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