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Aber das Fenster vermittelt nicht nur zwischen dem Friedhof und der Kapelle. Es zeigt die Farben des Regenbogens. Regenbogen faszinieren seit alters her, weil sie wie von Geisterhand Farben in den Himmel malen. Und ähnlich wie eine Parabel (und wie gotische Bögen) führen sie den Blick von der Erde in den Himmel. Aufgrund dessen und ihrer Schönheit wurde der Regenbogen bei Noah zum Symbol des Bundes zwischen Gott und den Menschen (Gen 9,8ff.). Im Neuen Testament bleibt die Zuordnung des Regenbogens zur göttlichen Herrlichkeit erhalten. Erst im Mittelalter aber wird er in Weltgerichtsdarstellungen Teil der Ikonografie des Todes. Mit seiner überirdischen Schönheit verheißt der Regenbogen ein paradiesisches Leben nach dem Tod.

Frank Czaplinskis Fenster von St. Martin birgt diese Botschaft; durch die Aufgabe der Regenbogenform sieht der Künstler aber von einer Traditionsübernahme ab. Seine Fenster sollen nicht gelesen werden, vielmehr sprechen sie ihre Botschaften aus in unmittelbarer sinnlicher Erfahrung.

Frank Czaplinski wurde 1960 geboren. Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in Bochum, seit 1985 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, ab 1991 Meisterschüler bei Gotthard Graubner. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1981.

1998 Auftrag für die Glasfenster der Friedhofskapelle St. Martin in Langenfeld-Richrath. Aufgrund der besonderen architektonischen Bedingungen musste ein neues Verfahren für die Produktion der Fenster entwickelt werden. Traditionelle Glasmalerei und Bleiverglasung waren nicht anwendbar. Mit der Firma Freericks Glasveredelung entwickelte Czaplinski eine neue Technik auf der Basis der "Fusing-Glas"-Methode.

Dr. Christoph Danelzik-Brüggemann
Leiter der Graphischen Sammlung - Kunstmuseum Düsseldorf


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